Dionysios Solomos – Hymne an die Freiheit

Inmitten der Wirren der Griechischen Revolution 1821–1829 entstand Dionysios Solomos Text „Hymne an die Freiheit“, der später vertont und in dieser Form zur Nationalhymne Griechenlands wurde. Begeisterung allenthalben über den Unabhängigkeitskampf, vor allem unter den Intellektuellen. Dementsprechend kämpferisch kommt auch Solomos daher: „Ich erkenn’ dich an der Schneide, die des Schwertes Schrecken ist. An dem Blick, der stolz ins Weite zielt und kühn die Erde misst. Die du aus der Griechen Knochen wutentbrannt entsprossen bist, die das Sklavenjoch zerbrochen, holde Freiheit, sei gegrüßt!“

Sie machten Rast an einer Stelle, die nicht nur den Blick auf Albanien, sondern auch auf einen Gutteil der Insel freigab. Bertrand redete von Solomos, dem vielleicht bedeutendsten Dichter Korfus, erzählte davon, dass dieser sich gerade hier an dieser Stelle mit seinen Freunden getroffen habe, um mit ihnen das Leben zu feiern: „Gemeinsam haben sie nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und -mitteln gesucht und dabei über die Athener Dichterkreise gespottet, deren Lyrik zunehmend abgehobener wurde. Die Athener entfernten sich immer weiter von der Volkssprache – und somit vom Volk. Hier an diesem Platz haben Solomos und seine Freunde sich gegenseitig ihre Gedichte vorgelesen und sich Mut gemacht, eine eigene Sprache zu finden, weg vom Schwulst der Athener.“
Suzanne glaubte es. Sie wollte es glauben, dass sie sich hier auf heiligem Boden besonderer Art befände, auf dem Flecken, wo die „Hymne an die Freiheit“ vielleicht nicht entstanden war, aber doch zumindest zum ersten Mal rezitiert wurde, jenes Gedicht, das später den Text der griechischen Nationalhymne lieferte. Dies gab dem Ort, an dem sie saßen, etwas Erhabenes. Und während Bertrand das Lied mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit, die sie verwunderte, aber schätzte, vor sich hin sang, beschlich sie der Wunsch, in diese Welt völlig eintauchen zu können, nicht mehr zurück zu müssen in die Großstadt, sondern hierzubleiben, bei ihm, in der Ruhe und Schönheit der Insel.

aus: Norbert Krüger: Das Ende der Leichtigkeit, Hassloch: Freunscht Media Verlag, 2012, S. 44

Dionysios Solomos – Hymne an die Freiheit

Hier mal ein völlig anderes Video. Ich war auf der Suche nach einer Interpretation der Hymne, die nicht gar so getragen daher kommt. Immerhin war die Hymne an die Freiheit eine Art Revolutionslied. Da finde ich es weder passend, es konzertant von einem getragenen Männerchor zu hören, noch begeistern mich die Marsch-Varianten mit viel Getrommel. Denn beide machen aus dem Lied etwas völlig anderes und entfremden es letztlich von seinem Ursprung.

Immerhin habe ich auf Youtube eine Sendung gefunden, die sich ganz der Entstehung dieses Liedes widmet, mit all dem historischen Hintergrund, der einfach dazugehört, um es richtig zu verstehen. Dass die Sendung auf Griechisch läuft, schmälert vielleicht die Begeisterung des ein oder anderen. Aber zum einen sprechen auch die Bilder eine deutliche Sprache und zum zweiten ist die Musik in diesem Film nicht ganz so getragen wie sonst.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=lBQG4_frzO4

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