Doors: Riders on the storm

Zunächst tat Suzanne, als interessiere sie nicht, was sie hörte. Gedankenverloren starrte sie aus dem Fenster. Plötzlich aber, die Doors empfahlen gerade, sich einen langen Urlaub zu gönnen und die Kinder spielen zu lassen, schaltete sie mit einer Entschlossenheit, die er ihr nie zugetraut hätte, das Radio ab.

aus: Norbert Krüger: Das Ende der Leichtigkeit, Hassloch: Freunscht Media Verlag, 2012, S. 28
 

Doors: Riders on the storm

In Bezug auf die Doors, die Stephan und Suzanne im Radio hören, gibt sich Stephan naiver als er ist. Das freundliche Zitat „take a long holiday, let your children play“ stammt aus dem ansonsten gar nicht so freundlichen Riders on the storm, einem Song, den Suzanne ein paar Nummern zu düster findet, zumal das Wetter während der Fahrt der in der Musik skizzierten Stimmung nicht unähnlich ist.

Riders on the Storm enthält Donner und Regeneffekte, die bereits mit dem Intro einsetzen und den ganzen Song über im Hintergrund mit eingemischt sind. Außerdem ahmte Ray Manzarek, der Organist der Doors, auf einem Fender Rhodes die Regengeräusche nach. Eigentlich also ein idealer Song für Fahrten durch den Regen, gerade bei herannahendem Gewitter.

Nachdem Jim Morrison während der ersten Strophe noch allgemein über das Geworfensein in diese Welt räsoniert, spielt die zweite Strophe des Songs Riders on the Storm an auf der Geschichte des Amokläufers Billy Cook, eines Haftentlassenden, der im Dezember 1950 per Anhalter durch den Südwesten der USA fuhr und dabei mehrere Menschen überfiel. Unter anderem stieg er zu einer fünfköpfigen Familie ins Auto, zwang sie zu einer 72-stündigen Irrfahrt durch Oklahoma, Texas, New Mexico und Arkansas, und erschoss schließlich Vater, Mutter und die drei kleinen Kinder im Alter von sieben, fünf und drei Jahren.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=lS-af9Q-zvQ
 
 

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